Zunft Fluntern

Nachsechseläuten 2010 - Bärenpark und die sieben Bundesräte


Bei bestem Wetter luden die Fluntermer Stadtbürger die Zünfter mit Begleitung zum diesjährigen Nachsechseläuten nach Bern ein. Nachdem sich alle beim Busterminal an der Pfingstweidstrasse begrüsst hatten, bestiegen wir die zwei bereitstehenden Cars und fuhren pünktlich um 10:00 Uhr los Richtung Bundeshauptstadt.

Nach der Begrüssung  von Martin Graf wurden wir im Car aufgeklärt, dass aufgrund bundesrätlicher Umstände das Programm  leicht umgestellt werden musste. So würden wir statt der gewichtigen Berner Bären zuerst den wichtigen Bundesrat besuchen.





Nachdem wir bei der Raststätte Würenlos den Rest der Reisenden aufgenommen hatten, kamen wir sicher vor dem Bundeshaus an. Dort wurden wir in den Salon des „Président" geführt und warteten gespannt, welches Mitglied des Bundesrates uns gleich begrüssen würde. Es war die Vorsteherin des EDA, Micheline Calmy-Rey. Sie hiess uns willkommen in Bundesbern und erzählte erst Interessantes über das Bundeshaus und den Alltag eines Bundesrates. Sie verstehe sich auch als Brückenbauerin zwischen Genf und Zürich, erwähnte sie stolz. Weiter erläuterte sie die momentane aussenpolitische Situation der Schweiz in der Zeit nach Minarettverbot und Burka-Diskussion. Es war für uns überraschend, wie ausführlich und offen Frau Calmy-Rey unsere Fragen beantwortete und unseren Wissenshunger stillte. Nachdem sich die Bundesrätin verabschiedet hatte, wurden wir mit einem kleinen Apéro verköstigt und durften sogar einen Blick in das normalerweise nicht der Öffentlichkeit zugängliche bundesrätliche Sitzungszimmer werfen.
Nach der Audienz fuhren wir zum Mittagessen ins alte Tramdepot gleich beim Bärengraben.






Dort wurden wir von Urs Berger, dem CEO der Mobiliar-Versicherung begrüsst. Herr Berger war Ehrengast der Zunft Fluntern am Sechseläuten 2008 und lud uns damals  zum Besuch des Bärengraben ein. Die Mobiliar ist Hauptsponsor des neu geschaffenen und im Herbst 2009 eröffneten Bärengeheges.
Das Restaurant im Tramdepot betreibt eine eigene Brauerei und bietet eine herrliche Aussicht auf die Berner Altstadt. Es war also nicht verwunderlich, dass mancher Fluntermer Zünfter zum Bernermenu, Rösti und Bernergeschnetzeltes ein im Haus gebrautes Tram-Bier genoss.




Nach dem Mittagessen brachte uns der Car zurück zum Bundeshaus. Nach einer gründlichen Zutrittskontrolle wurden wir in Gruppen aufgeteilt und durch die Sehenswürdigkeiten des Bundeshauses geführt: Ständeratssaal, Nationalratssaal, Wandel- und Kuppelhalle. Dabei erfuhren wir Interessantes und Wissenswertes über das nationale "Epizentrum der Macht". Interessant war auch die Platzwahl der Besucher im Nationalratssaal. Die Frage, ob die Sitzwahl der zünftigen Besucher Zufall war oder Ausdruck der politischen Gesinnung, konnte nicht schlüssig beantwortet werden.







Nächster Halt war wieder der Bärengraben, wo uns eine Tierpflegerin des Tierparks Dählholzli die Geschichte der Berner Grabenbären und der unwürdigen Platzverhältnisse des alten Geheges erzählte. Aufgeteilt in kleine Gruppen wurden wir sodann um den neuen, 6000 Quadratmeter grossen Bärenpark geführt. Die wichtigste Sehenswürdigkeit für alle waren aber sicherlich die vier pelzigen Bewohner des gleichlautenden Grabens: Mama Björk, Papa Finn und die Kinder Berna und Urs. Wir konnten sie aus nächster Nähe beim Spielen, Fressen und Herumtollen beobachten. Der Pfleger erzählte uns, dass das Geschlecht der Bärenjungen bis jetzt noch nicht geklärt sei. Eine Zusammenführung des Vaters, der in einem separaten Gehege lebt, mit dem Rest der Braunbärenfamilie sei eher unwahrscheinlich.


Leider war es da schon fast 18 Uhr; wir mussten weiter zu unserem letzten Ziel an diesem unterhaltsamen und spannenden Nachsechseläuten: dem Nachtessen in Baden. Dort angekommen, wurden wir mit einem Apéro in der alten Spedition einer Waschmaschinenfabrik mitten in Baden empfangen. Seit dem Untergang der Firma sind im ganzen Fabrikareal Restaurant, Tanzbar, Lofts und Geschäftsräume untergebracht. Als Abschluss dieses Samstags durften wir ein vorzügliches Nachtessen geniessen. Carlo Schenardi ergriff das Wort und bedankte sich bei Bruno Berger und den Stadtbürgern für die Organisation des Tages. Weiter erinnerte er alle Söhne und Töchter im Saal daran, dass am nächsten Tag Muttertag sei und man diesen auch gebührend feiern und die Mütter verwöhnen solle.

Unser Zunftmeister Felix Müller bedankte sich darauf bei den Organisatoren des diesjährigen Nachsechseläuten 2010, Bruno Berger, Werni Brunner, Carlo Schenardi sowie Martin Graf und wünschte allen eine gute Heimreise.

Für die Stadtbürger der Zunft Fluntern
Stefan Tscharner

 



 
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  31.05.2011 | Impressum