Zunft Fluntern

Vorsteherschaftsausflug 2010


An einem regnerischen und kühlen Sonntag – es war der 20. Juni 2010 - traf sich die Vorsteherschaft mit Partnerinnen unter den Sprungschanzen in Einsiedeln. Mit gutem Schuhwerk und Regenschutz ausgerüstet wurden wir in die Geheimnisse des Schanzenspringens eingeweiht; wenn auch nur theoretisch. Die vier Sprungschanzen in Einsiedeln werden hauptsächlich im Sommer benutzt. Allgemein sei es so, dass alle Skispringer, also auch die Spitzenathleten Simon Ammann und Andreas Küttel, rund vier Fünftel  all ihrer Sprünge im Sommer ausführen. Dabei sei das Sommer-Schanzenspringen keineswegs nur eine Trockenübung mit verminderter Aussagekraft, wie unser Führer erklärte. Es erfolge unter nahezu gleichen Bedingungen wie im Winter. Dafür sorgen Email statt Eis in der Anlaufspur, Kunststoffbürsten anstatt Schnee in der Landezone und Gras im Auslauf. Bei trockenem Wetter müssen die Kunststoffbürsten und das Gras regelmässig gewässert werden, um die Gleitfähigkeit zu garantieren.

 

Während wir den Ausführungen des Referenten lauschten, absolvierte der einheimische jugendliche Nachwuchs beeindruckende Trainingssprünge. Neben Leistungswillen sei ein ausgeprägtes Balance-Gefühl eine Grundanforderung an Skispringerinnen und –springer. Unter den Einsiedlern Nachwuchstalenten sind nämlich auch Mädchen. Nach dem Besuch auf der Plattform der „Andreas Küttel“-Sprungschanze, der grössten Einsiedler Sprungschanze, und dem Blick in die Tiefe wählten alle den sicheren Weg zu Fuss hinunter nach Einsiedeln, wo uns aber erst die ultimative Herausforderung des Ausfluges erwartete: "Houserunning": Doppelt gesichert, längs der Sprungrichterturm-Wand senkrecht hinunter zu spazieren, ist wahrlich nicht jedermanns oder jederfraus Sache. Immerhin, zwei Vorsteher wagten und schafften es. Welche wohl? Der Rest verzichtete auf den Adrenalinschub und bewältigte den Abstieg via Treppe. Zur Erholung fuhren wir dann zum Mittagessen nach Eutal in ein „Bäsa Beizli“, welches im Laufe der Zeit zu einem Restaurant mutiert ist.

 

Frisch gestärkt besuchten wir anschliessend die Einsiedler Lebkuchenbäckerei "Zum Goldenen Apfel". Das weit über 100-jährige Familienunternehmen zeichnet sich nicht nur durch seine Köstlichkeiten aus, sondern auch dadurch, dass es diese in einem Ladengeschäft von schönstem Jugendstil feilbieten kann. Daran angeschlossen ist ein hübsches Museum, das den Besuchenden die Geschichte der Wallfahrtsgebäcke wie Schafböcke und Lebkuchen durch originelle Exponate näher bringt. Der Inhaber, Herr Oechslin, erläuterte die Geschichte und wies auch auf das traditionelle Einsiedler Zunftwesen hin. Es habe vier Zünfte gegeben: Die Metzger, die Bäcker, die Weber und Schneider sowie die „Geschenkten“. In Letzterer seien alle Neuzuzüger mit verschiedensten Berufen zusammengefasst gewesen.

 

Den Abschluss des durch Walti und Yvonne Reif sehr gut organisierten Anlasses bildete ein gemütliches Nachtessen in der „Luegete“, einem Aussichtsrestaurant oberhalb Pfäffikon. Trotz des regnerischen Wetters war der Seedamm mit Rapperswil schemenhaft erkennbar. Aber lieber ein schönes Essen und eine schlechte Aussicht als umgekehrt.

 

22.7.2010 / André Oprecht / Chronist

 
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