Herbstanlass 2006
Im Zentralstellwerk werden alle Zugbewegungen im Hauptbahnhof gesteuert und überwacht. Um die Komplexität dieser Aufgabe zu zeigen, einige Zahlen: 100 Kilometer Gleise im HB, 791 Weichen, 976 Signale, täglich 1924 Züge, welche ein- oder ausfahren. All dies vom Computer gesteuert und überwacht, solange es rund läuft. Bei Störungen, Verspätungen oder anderen Unregelmässigkeiten werden die ca. zehn Fahrdienstleiterinnen und –leiter aktiv. Auf einer Panoramawand und diversen Bildschirmen überblickt die jeweilige Person den Bereich des Gleissystems, für den sie verantwortlich ist. Der Zürichbergtunnel zum Beispiel mit seiner minimalen Zugfolge von 2 Minuten ist sehr anfällig auf Verspätungen. Sobald Verspätungen von wenigen Minuten auftreten, gerät der Fahrplan aus den Fugen. Dann muss die zuständige Person innert weniger Minuten Entscheide fällen. Welcher Zug hat Vortritt, welcher muss warten, müssen Gleise gewechselt werden, wie und wann werden die Fahrgäste informiert? Ansagen über den Lautsprecher mit ruhiger Stimme im grössten Stress sind eine hohe Anforderung an das Personal. Die Technikinteressierten diskutierten mit den Fahrdienstleitern und –leiterinnen, welche gerne Auskunft über das System und ihre Arbeit gaben. Die anderen schauten auf das weite Gleisfeld und verfolgten die Bewegungen der Züge wie auf einer riesigen Modelleisenbahn. Dann ging es zurück zum Gruppentreffpunkt im Hauptbahnhof, wo die andere Gruppe von ihrer ebenfalls sehr interessanten Besichtigung der Betriebszentrale zurückkam.
| Anschliessend konnten wir hinter die Kulissen der diversen Verpflegungsbetriebe der Candrian Catering AG im Hauptbahnhof schauen. Arcade, Nordsee, Imagine, Da Capo, Bona Dea, Au Premier und Brasserie heissen die zahlreichen Restaurants für verschiedene Gelüste, mit unterschiedlichem Ambiente und Preisniveau, alle unter dem gleichen Dach. Der Rundgang durch die Katakomben des HB liess erahnen, welche Mengen von Nahrungsmitteln und Getränken tagtäglich in den diversen Restaurants gegessen und getrunken werden. Der Erschöpfung nahe konnten wir uns nachher in der „Oase“, einem Personalrestaurant der SBB, etwas erholen und uns für die bevorstehende Stadtführung stärken. Unter kundiger Leitung zweier Tourismus-Fachfrauen ging es vom Bahnhof vorbei am Amtshaus der Stadtpolizei via Schipfe zum Lindenhof, anschliessend zur St. Peterhofstatt, dann durch die Thermengasse zum Weinplatz und zurück zum Hauptbahnhof. Bekanntes wechselte sich ab mit Unbekanntem, vorbei an schönen, versteckten Winkeln in der Altstadt, entlang der rauschenden Limmat, unterhalten durch aktuelle Informationen und Anekdoten aus dem alten Zürich. In der urchigen Brasserie Federal gab es zum Schluss ein gemütliches Nachtessen. Ein unterhaltsamer und lehrreicher Herbstanlass, organisiert durch Gion Hug und Walti Reif jun., war zu Ende. Besten Dank den beiden für die gute Organisation. |






