Zunft Fluntern

Nachsechseläuten 2006


Energievolles und Beschauliches im Kanton Aargau

Nach der Tradition unserer Zunft bildet das Nachsechseläuten den würdigen Abschluss des schönsten Festes der schönsten Stadt. Zu diesem Anlass trafen sich die Zünfter mit ihren Angehörigen am 6. Mai dieses Jahres im Kanton Aargau, dem diesjährigen Sechseläuten-Gastkanton. Dort hatte die Kostümgruppe der Chorherren mit ihrem Prior die Besichtigung des Kernkraftwerks Beznau und des Klosters Stella Marie in Wettingen organisiert. In dessen ehrwürdigen Klostermauern wurde am Abend auch der fröhliche Ausklang gefeiert. Die Anwesenheit vieler junger Zünfter ermöglichte dabei einen regen und erfreulichen Gedankenaustausch unter den Generationen über Vergangenes, Zukünftiges, Zünftiges und Privates.

Von Fluntern kamen die Teilnehmer aus Zürich und Umgebung mit dem Car, fein verpflegt mit Häppchen und Getränken unseres Bäckermeisters am Zürichberg. In Beznau stiessen die "Auswärtigen" dazu. Das Kraftwerk Beznau ist seit 1969 in Betrieb. Es gehört zur Nordostschweizerischen Kraftwerke AG, welche mit anderen Partnern der Axpo drei Millionen Menschen mit Strom versorgt. Ab 2020, wenn die Rechte zum Strombezug bei französischen Energieversorgern auslaufen, ist Beznau, als eines der älteren Werke, am Ende seiner Betriebsdauer. Die Gewährleistung einer auch in Zukunft sicheren, unabhängigen und günstigen Stromversorgung unseres Landes war deshalb Diskussionsstoff während der Führung durch die Anlagen. Der Dissens der Politiker in der Energiepolitik widerspiegelte sich auch in den einzelnen Besichtigungs-Gruppen. Ein hoher Eigenversorgungsgrad, vor allem mit Wasser- und Kernenergie, war unbestritten. Alternativenergien (Sonne, Wind und Biomasse) haben ein noch zu kleines Potenzial und müssten wirtschaftlicher genutzt werden können. Bei den Gaskombiwerken schieden sich die Geister.







Die Dislokation und die geistig-geistliche Umstellung vom energievollen Beznau ins Jahr 1227, das Baujahr des ehemaligen Zisterzienserklosters Wettingen, war rasch vollzogen. Stella Marie liegt behütet eingebettet in einer idyllischen Flussschlaufe der Limmat. Bis ins 16. Jahrhundert beherrschten dessen Äbte die linksufrigen Gemeinden limmataufwärts, die ein eigenes Staatswesen bildeten, bis vor die Tore Zürichs. Dem Apéro im frühlingshaften Vorgarten folgte ein Rundgang im reichen Intérieur des Klosters aus dem 17. und 19. Jahrhundert. Stukkaturen, das wundervolle Chorgestühl der Renaissance, die spätbarocken Altäre sowie die berühmte Glasgemälde-Galerie im Kreuzgang bildeten die eindrücklichen Schwerpunkte. Ein exzellentes Nachtessen im ältesten Gasthof und das gemütliche, zünftige Beisammensein waren weitere Höhepunkte eines unvergesslichen Tages unter Zunftfreunden.

Kurt Wissmann

 

 

 
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  18.06.2007 | Impressum